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Auszug aus "Gesundheitsrisiken durch Handystrahlung" von Günter Albert Ulmer in Co`Med 7/8/99

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Gesundheitsrisiken durch Handystrahlung


Mit zunehmender Verbreitung der Mobiltelefone wächst auch das öffentliche Interesse an möglichen Schäden durch elektromagnetische Felder. In Deutschland existieren etwa 10 000 Richtfunk- und Fernsehsender, 20 000 Mobilfunk- und 12 000 Richtfunksender, sowie
100 000 private Sender mit einigen Millionen Auto- und Mobilfunktelefonen.

Die Belastung unserer Umwelt durch elektromagnetische Wellen für Pflanzen, Tiere und Menschen wird besorgniserregend.

Der ehemalige Postminister Bötsch erklärte:

"Die aufgeregte Diskussion über die Kernenergie dürfte in Relation zu dem, was uns das Mobilfunknetz noch bescheren wird, nur ein laues Lüftchen gewesen sein."

Die Elektroinstallation des Körpers

Unser Körper ist mit mehr als 500 000 Kilometern Nervenbahnen durchzogen. Diese übermitteln, ob wir wach sind oder schlafen, schwache elektrische Impulse vom und zum Gehirn. Sämtliche Funktionen unseres Körpers, Gliedmaßbewegungen, Herz- und Atemrhythmus, Sinneseindrücke usw. werden mittels dieser Impulse an das Gehirn weitergegeben bzw. gelangen von dort aus zu den Organen und Muskeln. Das Gehirn enthält etwa 13 Milliarden Nervenzellen (Neuronen). diese Zellen stehen durch ein Kabelsystem untereinander in Kontakt, das zusammengeknüpft um die ganze Erde reichen würde. Die Kontaktpunkte dieser Kabel sind wie Schalter (Synapsen) konstruiert. Sie können ein- und ausgeschaltet sein, sie können einen elektrischen Impuls aus einer Zelle weiterleiten oder auch nicht.

Die Kommunikationen, die sich da abspielen, sind elektrochemische Vorgänge im allerkleinsten Energiebereich.

Amerikanische Forscher haben Magnetfeld-Intensitäten an den Nervenenden von einem Nanogauß (0,000 000 001 Gauß) und elektrische Feldwerte um ein Mikrovolt gemessen. Das Magnetfeld der Erde hat etwa eine durchschnittliche Stärke von einem halben Gauß. Während das vegetative oder autonome Nervensystem vor allem elektrische Signale verwendet, setzt das Drüsensystem chemische Botenstoffe (Hormone) ein. So können nervöse Reize in hormonale Impulse verwandelt werden. Über 30 verschiedene Arten dieser Botenstoff-Substanzen wurden bereits entdeckt.

Alles, was wir denken und wie wir denken, fühlen und empfinden, was wir sehen, hören, riechen, schmecken und erleben, ist das Ergebnis komplexer elektrochemischer Vorgänge.

Über eine Milliarde solcher Reaktionen können in jeder Sekunde ablaufen. Das Gehirn hat nie eine Atempause. Der Stoffwechselumsatz ist Tag und Nacht in Aktion. Die "Elektroinstallation" des Körpers ist pausenlos in Betrieb. Die Nervenzellen kommunizieren mit Hilfe elektrischer und chemischer Signale untereinander. Die elektrischen Spannungen in den Nervenbahnen bewegen sich zwischen einem und 250 Mikrovolt. Wenn wesentlich höhere Spannungen durch anhaltenden Elektrosmog von aussen auf den Körper einwirken, können Störungen, Irritationen, Entgleisungen und Schädigungen nicht ausgeschlossen werden.

Stabmagnetantennen im Gehirn

Nach neuesten Forschungen (Dr. G. Schaper, Bad Sachsa) spielt im Gehirn im Zusammenhang mit der Hypophyse die Epiphyse eine ganz besondere Rolle. Sie wird auch Zirbeldrüse genannt und liegt am Dach des Zwischenhirns; das ist genau im geometrischen Zentrum des Kopfes. Die Zirbeldrüse ist lichtempfindlich wie unsere Augen. Sie saugt Lichtenergien (Wellen und Photonen) auf und wandelt sie in Bio-Energie um. Die Epiphyse scheint wie ein Geigerzähler zu funktionieren. Die Photonen des Sonnenlichts dringen ein und es vollzieht sich ein hochkomplizierter Schaltvorgang über Thalamus und Hypothalamus. Die Zirbeldrüse sorgt für Körperaktivität bei Tag und für Energieregeneration bei Nacht. Der Nachtbetrieb beginnt mit Sparschaltung der gesamten Energiefunktion für einen ungestörten Schlaf, damit die Organe sich wieder erholen können.

Die Bio-Uhr schaltet gemäß den Lichtgegebenheiten.

Die Zirbeldrüse beeinflusst als biologischer Regulator die Drüsentätigkeit, Atmung, Herztätigkeit, Blutdruck und Darmperistaltik und viele bis heute noch unbekannte Funktionen. Sie sondert in einem bestimmten Rhythmus Melatonin ab, das biologische Rhythmen beeinflusst.

Die Zirbeldrüse bezieht ihre Informationen über elektronenmikroskopisch kleine, in die Hirnrinde eingelagerte Magnetkristalle, die durch ein sehr feines Netz mit ihr verbunden sind. Diese Magnetkristalle, die aus dem Eisenerz Magnetit bestehen, wurden im Frühjahr 1992 im California Institute of Technology in Pasadena von einigen Wissenschaftlern um den weltweit bekannten Geobiologen Josef L. Kirschvink entdeckt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Kristalle im Gegensatz zu anderen Eisenverbindungen stark magnetisch sind. Sie kommen in zwei Größen vor, in ca. einmillionstel und in zehnmillionstel Inches (1 Inch = 2,54 cm). Die meisten Regionen unseres Gehirns enthalten pro Gramm fünf Millionen Magnetit-Kristalle, das schützende Gehirnmembran enthält sogar 100 Millionen. Die Wissenschaftler vermuten, dass sie neben dem Einfluss auf die Zirbeldrüse den Transport von Substanzen durch die Zellmembranen regulieren. Vieles über die genaue biologische Funktion der Stabmagneten liegt aber noch im Dunkeln.

Radikalenfänger Melatonin

Melatonin ist eines der interessantesten Neuro-Hormone mit psychoaktiven Substanzen, das in bestimmten Rhythmen von der Zirbeldrüse, gesteuert durch Licht und Dunkelheit, regelmäßig produziert und abgesondert wird. Es gibt im Körper noch eine zweite unabhängige Melatoninquelle, die des Verdauungstraktes. Melatonin besitzt einen synchronisierenden Effekt auf die innere biologische Uhr des Menschen und bestimmt den Grundrhythmus jedes Organs, jedes Gewebes und jeder Zelle. Melatonin hat eine bestimmte Schutzfunktion für den Zellkern und die DNA. Es steuert den Schlaf- und Wachrhythmus, reguliert das Aktivitätsniveau des Gehirns und hat eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Immunsystems. Es hält das Immunsystem funktionsfähig, fördert die Möglichkeit, Antikörper zu bilden und verhindert das frühe Auftreten degenerativer Erkrankungen. Es sorgt für das körperliche Gleichgewicht und spielt eine zentrale Rolle im Kalziumhaushalt.

Melatonin ist ein ausgezeichneter Radikalenfänger, was bei der heutigen Umwelt- und Stressbelastung ungemein wichtig ist.

Erst bei Dunkelheit verwandelt die Zirbeldrüse Serotonin in Melatonin. Bei Beginn der Dunkelheit erhöht sich die Melatoninproduktion. Sie ist während der Mitte der Nacht am höchsten. Während Serotonin in der Zirbeldrüse gespeichert wird, wird Melatonin direkt in den Blutstrom ausgeschüttet. Bei Lichteinfall hört die Melatoninproduktion auf. Mit zunehmendem Alter nimmt die Serotonin-Melatoninproduktion ab. Da Melatonin für das körperliche Gleichgewicht und den Bio-Körperrhythmus sorgt, kann sich im Alter ein Mangel an Melatonin nachteilig auf den gesamten Zustand des Menschen auswirken. Ein Mangel an Serotonin stört auch das Zusammenspiel anderer Hormone, die für das einwandfreie Funktionieren der 13 Milliarden Nervenzellen im gesamten Gehirn verantwortlich sind.

Melatonin ist eines der stärksten Antioxidantien, das jemals entdeckt worden ist.

Ist Melatonin in der Zelle, wird die Oxidation und somit eine Schädigung der Zelle verhindert. Im Vergleich mit anderen Antioxidantien wird Melatonin durch eine Verbindung mit freien Radikalen nicht chemisch instabil, sondern es bleibt stabil. Melatonin erweist sich so als Schutzpatron der Körperzellen, denn es sorgt auf der einen Seite für ein effizientes Abwehrsystem und auf der anderen Seite verhindert es, dass das Immunsystem zu aggressiv wird und ausser Kontrolle gerät (Allergien). Melatonin scheint auch die Aufgabe zu haben, den Thymus zu schützen und seine Funktionen bei zunehmendem Alter zu wahren. Ebenso bekämpft Melatonin die freien Radikale im Gehirn und schützt die Nervenzellen. Es ist offensichtlich, je höher die natürliche Melatoninkonzentration im Blut ist, desto stärker ist die Stimulation des Immunsystems und die Auswirkungen auf die freien Radikale. Deshalb ist es wichtig, alles zu unternehmen, um die Melatoninproduktion nicht zu schwächen oder gar zu unterbinden, sondern sie anzuregen und zu fördern. Da es Zusammenhänge z7wischen Melatonin und dem Kalziumhaushalt gibt, könnte Melatonin auch zur Verhütung der Osteoporose beitragen. Melatonin ist ausserdem fähig, die Östrogenwerte zu regulieren.

Gefahren für die Zirbeldrüse

Wie der Geobiologe Kirschvink befürchtet, ist eines klar: die von aussen einwirkenden elektromagnetischen Felder stören die winzigen Stabmagneten im Gehirn und können unbiologische Reaktionen verursachen. Tages- und jahreszeitliche Schwankungen sowie terrestrische und kosmische Störungen nimmt die Zirbeldrüse auf diesem Wege zur Kenntnis. Auf diese Weise reagiert die Zirbeldrüse sehr sensibel auf Elektrosmog. Schon 1980 wurde an der Universität in Frankfurt nachgewiesen, dass die Melatonin-Ausschüttung der Zirbeldrüse durch elektromagnetische Strahlungen nachhaltig beeinflusst wird. Wenn also äussere Strahleneinflüsse die Produktion des von der Zirbeldrüse produzierten Melatonin reduzieren und dadurch die Produktion bzw. die Ausschüttung des Stresshormons Serotonin verstärken, kann der biologische Rhythmus im Körper - besonders bei Kindern - gestört werden.