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Redaktion: Lebenswert-Leben
www.lebenswert-leben.at
e-smog@lebenswert-leben.at

Quelle:
Auszug aus Benjamin Seiler in ZeitenSchrift 24/99



Was Mobilfunk-Betreiber behaupten


Bestimmt können Sie sich kaum vorstellen, dass die Betreiberfirmen von Handy-Sendern unwahre Behauptungen ins Feld führen könnten, um die Gefährlichkeit des Mobilfunks herunterzuspielen. Es ist aber so. Siegfried Zwerenz schöpfte aus seiner reichhaltigen Erfahrung als Mitbegründer der Bürgerwelle und hat nachfolgend die häufigsten Behauptungen zusammengetragen, hinter denen sich die Mobilfunk-Betreiber verstecken:


Behauptung:

Die Versuche Lebrecht von Klitzings seien nicht reproduzierbar und daher wissenschaftlich wertlos. Der Wissenschaftler wies nach, dass bereits kurze Handygespräche noch nach Stunden Veränderungen in den Gehirnströmen (EEG) verursachen. Vereinzelt wird zudem behauptet, Versuchspersonen seien bei Klitzings Versuchen eingeschlafen.


Richtigstellung:

Von Klitzings Versuche sind reproduzierbar. Selbst im Auftrag der Telekom ist dies bei einer wissenschaftlichen Untersuchung problemlos gelungen. Von Klitzing bietet seit Jahren dem interessierten Wissenschaftler öffentlich an, diesen Versuchen beizuwohnen. Diese Aussage machte von Klitzing am 13. November 1997 beim Siemensforum in München. Interessanterweise hat noch kein Industrie-Wissenschaftler dieses Angebot angenommen.
Ende 1998 wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin eine Untersuchung durchgeführt, die klar zum Schluss kam, dass das EEG durch Handys verändert wird. Zitat: "Wiederholte Messungen zeigten signifikante Einflüsse des elektromagnetischen Feldes. Es gibt keinen Zweifel, dass die gepulsten Mikrowellen von Handys biologisch wirksam werden können."


Behauptung:

Die australische Untersuchung von Repacholi sei nicht brauchbar, da die Versuchstiere - genmutierte Krebsmäuse - mit viel zu hohen Sendeleistungen bestrahlt worden seien. (Bei den mit Handy-Wellen bestrahlten Mäusen verdoppelte sich die Krebsrate (Lymphome)).


Richtigstellung:

Die Absorptionsraten von 0,13 bis 1,4 Watt/Kilo entsprechen jedoch exakt jenen eines Handynutzers, wobei die Bestrahlungsdauer bei Repacholi nur zweimal dreißig Minuten pro Tag war (insgesamt bis zu 18 Monate lang). Viele Handybenutzer telefonieren täglich länger. Der Untersuchungsbericht liegt der Bürgerwelle vor, ebenso die menschlichen Absorptionsraten laut Analysen von Professor Niels Kuster, ETH Zürich.


Behauptung:

Nur die Handys, nicht aber die Sender würden gepulst strahlen.


Richtigstellung:

die Senderpulsung mit über 40 dB bis 60 dB ist eindeutig und über weite Entfernung messtechnisch nachweisbar. Je nachdem, wie viele Gespräche gerade gleichzeitig über eine bestimmte Basisstation (einen Mobilfunksender) laufen, schwankt die Pulsung des Senders zwischen 217 Hz und 1 736 Hz. Messprotokolle liegen der Bürgerwelle vor!


Behauptung:

Unter der Sendeantenne strahle es kaum oder gar nicht. Außerdem schieße die Strahlung wie eine Pizza von der Antenne weg.


Richtigstellung:

Im Gegenteil: Unter der Antenne ist nicht zuletzt wegen den sogenannten "Nebelkeulen" eine erhebliche Strahlung messbar. Berechnungen liegen der Bürgerwelle vor. Mit der Behauptung der Betreiber sollen wohl diejenigen getäuscht werden, bei denen man eine Mobilfunk-Antenne montieren will.
Zudem drohen die Betreiber häufig: "Wenn Sie sich die Antenne nicht montieren lassen, dann macht es der Nachbar. So erhält dieser das Geld und Sie werden bestrahlt."


Behauptung:

Nur bei Ihnen im Ort gäbe es Widerstand in der Bevölkerung, alle anderen Menschen wären begeistert vom Mobilfunk.


Richtigstellung:

In der ganzen Welt regt sich massivster Widerstand wegen den aufgetretenen biologischen Störungen; auch in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Schweden mussten bereits mehrere Familien ihre Häuser verlassen, weil die Probleme mit Mobilfunksendern unerträglich geworden waren.


Behauptung:

Die Anlage habe ja beispielsweise nur 15 Watt Eingangsleistung.


Richtigstellung:

Diese 15 Watt sind aber pro Frequenz-Kanal. Dies wird oft verschwiegen. Meist haben die Sendeanlagen bis zu acht Frequenz-Kanäle. Wenn auf einem Mast mehrere Betreiber sind, so addieren sich die Leistungen noch einmal.
Außerdem sind die Eingangsleistungen biologisch völlig irrelevant. Was wirklich von Bedeutung ist, sind die effektiven Strahlungsleistungen der Antennen in der Hauptstrahlrichtung ("EIRP"), da nur diese für die entstehende Feldstärke maßgeblich sind. Die Antennen strahlen die Energie nämlich nicht kugelförmig ab, sondern bündeln diese wie Scheinwerfer in die gewünschte Abstrahlrichtung.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt: Wer in der Hauptstrahlrichtung einer mit 2 x 15 Watt betriebenen Mobilfunkantenne wohnt, wird nicht etwa mit 30 Watt Leistung beschossen, sondern zB bei 56 fachem Antennengewinn mit einer Energie, welche einer kugelförmig abstrahlenden Sendeantenne mit 1680 Watt Eingangsleistung entspricht!


Behauptung:

Ein Fernseher sei auch gepulst


Richtigstellung:

Das Fernsehsignal hat einen 50 Hz-Synchronpuls. Diese Puls- Dynamik (Unterschied zwischen schwächstem und stärkstem Signalpegel) ist 20 dB (= 100 fach). Beim Mobilfunk sind es mindestens 40 dB bis (=10 000 fach) bis 60 dB (= 1000 000 fach). Somit ist die Dynamik (Pulsung) beim Mobilfunk um mindestens 100 bis 10 000 mal höher als beim Fernsehsignal.
Außerdem haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass die gepulsten Signale der digitalen D- und E-Netze biologisch wesentlich wirksamer sind als ungepulste Signale mit gleicher Leistung.


Behauptung:

Hochfrequente elektromagnetische Felder seien in über 12 000 Studien gründlich untersucht worden. Dabei habe man noch keine Hinweise für ihre Gesundheitsschädlichkeit gefunden.


Richtigstellung:

Es gibt zwar viele Studien zu diesem Thema, aber man kann nicht sagen, dass die elektromagnetischen Felder gründlich erforscht sind. Bei den meisten Studien wurden zudem nur ungepulste Felder untersucht.
Bei den gepulsten Feldern nach dem GSM-Standard der D- und E-Mobilfunknetze wurden nur wenige Untersuchungen durchgeführt. Die meisten hiervon weisen aber auf eine Schädlichkeit hin. (z.B. Verdoppelung der Krebsrate bei Mäusen, Blutdruckanstieg, EEG-Veränderungen, Reduzierung der Melatonin-Synthese,...).

Über die neuen E-Netze (1800 MHz) gibt es praktisch keine Untersuchungen.

Sogar Dr. McKinlay vom britischen Amt für Strahlenschutz erklärte:

"Im Gegensatz zur Wärmeentwicklung ist der Kenntnisstand über mögliche andere Wirkungsmechanismen noch sehr dürftig. Zudem muss geklärt werden, ob die Unbedenklichkeit der Mikrowellen-Exposition über einen kurzen Zeitraum hinweg Schlüsse auf etwaige Langzeitwirkungen zulässt."